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Kardinal Christoph Schönborn mit Ehrenzeichen des Landes in Gold geehrt

Für seine jahrzehntelange, tiefe Verbundenheit mit dem Land Vorarlberg, der Region Bludenz-Montafon und den hierzulande lebenden Menschen wurde Kardinal Christoph Schönborn am Montag (2. Mai) das Goldene Ehrenzeichen des Landes – die höchste von Vorarlberg zu vergebenden Auszeichnung – verliehen. Beim Festakt im Montfortsaal sprach Landeshauptmann Markus Wallner von einer „gebührenden Geste der Wertschätzung, des Dankes und der Anerkennung“. Er sehe sich in vielen Wertefragen dem Kardinal sehr nahe, verdeutlichte Wallner in seiner Laudatio für Österreichs höchsten katholischen Würdenträger: „Etwa beim hohen Wert für unsere Familien, oder auch beim Schutz des Lebens – konkret in der Ansicht, dass jedes Leben als wertvoll zu erachten ist“.

Beindruckt habe ihn Kardinal Christoph Schönborn bei allen Begegnungen durch „sein herzliches, offenes Wesen, die Art und Weise, wie er auf sein Gegenüber zugeht und auch sein besonderes Einfühlungsvermögen“, fand der Landeshauptmann sehr persönliche Worte. In seinen Ausführungen ging er auch auf das innige Verhältnis von Kardinal Schönborn mit seiner Mutter Eleonore ein, die bis zu ihrem Tod heuer im Februar in der Montafoner Marktgemeinde Schruns lebte. „Durch diese enge Beziehung war Kardinal Schönborn ein regelmäßiger Besucher Vorarlbergs“, hielt der Regierungschef fest.

Fluchterfahrung prägte Kindheit
An Eleonore Schönborn hatte Wallner vor knapp zehn Jahren, im Juli 2013, eine der höchsten Bundesauszeichnungen, nämlich das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich, übergeben. Nach ihrer Vertreibung im Jahre 1945 aus dem Sudetenland war sie mit ihren Kindern nach Österreich gekommen, 1950 zog die kleine Familie schließlich nach Schruns. Die Region Montafon wurde für den damals fünfjährigen Christoph und seine drei Geschwister Philipp, Michael und Barbara zum Ort der Kindheit und des Aufwachsens. Mutter Eleonore engagierte sich tatkräftig in der neuen Heimat, spielte zum Beispiel bei der Entwicklung der Montafoner Museen eine maßgebende Rolle, war politisch tätig und setzte sich mit ganzer Kraft für Menschen ein, die auf der Flucht sind und Unterstützung benötigen. „Die gemeinsame Feierstunde zu ihren Ehren ist mir bis heute in lebhafter Erinnerung. Eine starke Frau und eine faszinierende Persönlichkeit“, schaute der Landeshauptmann zurück.

Berufung zu Leben für und mit Gott
Gottes Ruf ist Kardinal Christoph Schönborn früh gefolgt: Bereits nach der Matura 1963 am Gymnasium in Bludenz trat er dem Dominikanerorden in Warburg (Westfalen) bei. Er studierte Theologie und Philosophie in Köln, Wien und Paris. 1970 wurde er in der Wiener Dominikanerkirche zum Priester geweiht. Ein Jahr lang studierte er auch an der Universität Regensburg, wo Kardinal Josef Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI., zu seinen Lehrern gehörte.

Einige Jahre lehrte Schönborn selbst als Professor an der Universität Fribourg in der Schweiz – zunächst Dogmatik, später auch Theologie des christlichen Ostens. Zum Bischof wurde er am 29. September 1991 im Dom zu St. Stephan in Wien geweiht. Die Ernennung zum Erzbischof-Koadjutor der Erzdiözese Wien erfolgte im April 1995, im September desselben Jahres trat er das Amt des Erzbischofs von Wien an. Die Kardinalserhebung datiert auf den Februar 1998. Über zwei Jahrzehnte stand er anschließend der Österreichischen Bischofskonferenz als Vorsitzender vor. Gleichzeitig arbeitete und arbeitet er in vielen Ämtern in der römischen Kurie engagiert mit.

Besonders auf weltkirchlicher Ebene hat sich Kardinal Christoph Schönborn in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder als Vermittler und Brückenbauer erwiesen. Über die Jahre hat er zahlreiche Publikationen veröffentlicht. Bis heute wurden ihm eine Reihe von Orden und Ehrenzeichen übergeben, zudem auch einige Ehrendoktorate.

Foto: A. Serra


© 2022 Markus Wallner