• Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

„Wichtige Investition in Hochwasser- und Verkehrssicherheit“

Landeshauptmann Markus Wallner setzte mit Verkehrsreferent Landesrat Marco Tittler und Standortbürgermeistern den Spatenstich für die neue Rheinbrücke Hard-Fußach.

„Es ist unsere Aufgabe, aktiv in den Hochwasserschutz zu investieren. Das sind wir auch den nachfolgenden Generationen schuldig, denn ein Zuwarten könnte fatale Folgen haben“. Das sagte Landeshauptmann Markus Wallner am Donnerstag (10 September) beim Spatenstich zum Start der Hauptarbeiten für die neue Rheinbrücke Hard-Fußach, den er gemeinsam mit Verkehrsreferent Landesrat Marco Tittler und den Standortbürgermeistern von Fußach bzw. Hard, Ernst Blum und Evi Mair, vorgenommen hat. Bis 2023 werden in Summe 70 Millionen Euro investiert. Ein Video des Landes visualisiert bereits heute die Bauabschnitte des Großprojekts.

Im Zuge des Jahrhundertprojekts RHESI (Rhein, Erholung und Sicherheit) am unteren Alpenrhein soll die Abflusskapazität des Stroms auf mindestens 4.300 Kubikmeter pro Sekunde ausgebaut werden, um nicht mehr nur für ein 100-jähriges, sondern künftig für ein 300-jähriges Hochwasserereignis gewappnet zu sein. Für eine solche Wassermenge war die im Jahr 1972 eröffnete Rheinbrücke, die derzeit noch die beiden Gemeinden Hard und Fußach verbindet, jedoch nie ausgelegt.

Sicherheitsrisiko bei Hochwasser
Bei einem derartigen Szenario würde der Fluss besonders viel Material wie etwa Baumstämme mit sich führen. Diese könnten sich in der Brückenkonstruktion verfangen, den Durchlass verstopfen und so in weiterer Folge ein Überlaufen oder einen Ausbruch des Rheins verursachen. „Insofern stellt die Brücke für die flußabwärts gelegenen Siedlungs- und Wirtschaftsräume ein nicht zu unterschätzendes Sicherheitsrisiko dar“, verdeutlichte der Landeshauptmann bei der Spatenstichfeier.

Brückenneubau beseitigt Gefahrenquelle
Der Brückenneubau werde die Gefahrenquelle jetzt beseitigen, so Wallner: „Die Zeit drängt. Wie blitzschnell der Rhein zur Bedrohung werden kann, wurde uns erst vor zwei Wochen wieder eindrücklich vor Augen geführt“. Ein über die Ufer tretender Alpenrhein hätte verheerende Auswirkungen und enormes Schadenspotential. „Die Gefährlichkeit des Wassers im Bewusstsein zu halten, ist ganz entscheidend. Denn damit bleibt es auch beim stark verankerten Verständnis gegenüber nötigen Investitionen für die Sicherheit“, hielt Wallner fest.

„Mehrjährige, intensive Vorarbeiten
Dem offiziellen Baubeginn sind im Zuge der Projektierung „mehrjährige, intensive Vorarbeiten“ vorausgegangen, machte Landesrat Tittler beim feierlichen Festakt deutlich: „Den Neubau nehmen wir zum Anlass, um die Verkehrssicherheit weiter zu erhöhen und die wichtige Verkehrsader leistungsfähiger zu machen“. Verbesserungen sind gerade auch für den Radverkehr und den öffentlichen Verkehr vorgesehen. Mittig wird es eine Busspur in Fahrtrichtung Bregenz geben. Für den Fußgänger- und den Radverkehr stehen in beide Richtungen deutlich erweiterte Flächen zur Verfügung. „Wir rüsten die Rheinbrücke für die verkehrlichen Entwicklungen der nächsten Jahrzehnte“, so Tittler. Ambitionierte Zielsetzung sei, gröbere Verkehrsbehinderungen während der gesamten Bauphase möglichst zu verhindern. Wie dies gelingt und wie der Ablauf der Bauarbeiten erfolgen wird, zeigt ein anschauliches Video des Landes Vorarlberg zum Neubau der Rheinbrücke (siehe unten).

Investition in den örtlichen Lebensraum
Von einer bedeutenden Investition in den örtlichen Lebensraum sprechen die Harder Bürgermeisterin Evi Mair und der Fußacher Bürgermeister Ernst Blum. Mit dem Bau gehe eine langjährige Forderung der Gemeinden in Erfüllung, so Blum und Mair. „Der Bau ist für die Gemeinde Fußach nicht nur wegen des baulichen Zustandes der derzeitigen Brücke notwendig, sondern in erster Linie aus Hochwasserschutzgründen. Daher haben wir das höchste Interesse daran, dass dieses wichtige Vorhaben jetzt umgesetzt wird“, sagte das Gemeindeoberhaupt von Fußach. Für eine Neuerrichtung habe er sich auch in der Funktion als Landtagsabgeordneter bereits ab 2009 eingesetzt. Von einem „neuen Kapitel, das verkehrs- und sicherheitstechnisch im unteren Rheintal aufgeschlagen wird“, hat die Harder Bürgermeisterin Evi Mair gesprochen: „Die Brücke muss entsprechend dimensioniert sein, wenn der Rhein Hochwasser führt“.

Starker konjunktureller Impuls
Angesprochen wurde von Landeshauptmann Wallner und Wirtschaftslandesrat Tittler auch der „starke konjunkturelle Impuls“, der mit dem Projekt verbunden ist. „Gerade jetzt, in Zeiten von Corona, sind Konjunkturimpulse besonders wertvoll, speziell dann, wenn sie – wie hier – Jahre andauern“, freute sich der Landeshauptmann. Zahlreiche Aufträge für den Neubau konnten bereits an heimische Unternehmen vergeben werden. So sind Vorarlberger Unternehmen in die mit dem Bau beauftragte Arbeitsgemeinschaft (ARGE Rheinbrücke) eingebunden, weitere werden als Zulieferer zu diesem Großprojekt auftreten. „Das sichert Arbeitsplätze und hält Wertschöpfung im Land“, unterstrich Tittler. Insgesamt ist das Bauwerk, das wenige Meter südlich der derzeitigen Brücke errichtet wird, rund 260 Meter lang und 24,37 Meter breit.

Foto: VLK/Serra


© 2020 Markus Wallner