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Pflegebereich ist auf Corona-Entwicklung gut vorbereitet

Landeshauptmann Wallner: Klares Besuchsmanagement in Heimen und Maßnahmen zur Erhaltung der 24-Stunden-Pflege

Der neuerliche Anstieg der Corona-Infektionszahlen erfordert gerade in der Pflege und Betreuung von alten und pflegebedürftigen Menschen sorgsame Vorkehrungen und klare Anweisungen gemäß der jeweiligen Risikostufe, um sowohl die Pflegebedürftigen als auch die pflegenden Personen bestmöglich zu schützen. Zu diesem Zweck wurde in Vorarlberg ein umfassendes Konzept erarbeitet, das Landeshauptmann Markus Wallner und Landesrätin Katharina Wiesflecker im Pressefoyer am Dienstag, 29. September, vorstellten. Dazu zählen ein Krisenhandbuch als Handlungsanleitung für die Heimleitungen und Hygieneschulungen für das Personal in der ambulanten und der stationären Pflege sowie ein detaillierter Maßnahmenkatalog für die verschiedenen Farben der Corona-Ampel. In Pflegeheimen in den „orangen“ Landesteilen gelten dementsprechend eingeschränkte Besuchsmöglichkeiten.

Die jüngste Corona-Entwicklung in Vorarlberg zeige eine „gewisse Stabilisierung, aber die Zahlen sind immer noch zu hoch“, sagte Wallner. Er appelllierte einmal mehr an die Bevölkerung, alles daran zu setzen, damit es gelingt, die Infektionsraten nachhaltig zu senken und bestehende und drohende Reisewarnungen wieder abzuwenden. „Wir kämpfen gemeinsam gegen Corona“, so Wallner.

Der Pflegebereich sei besonders sensibel und brauche daher besonderen Schutz. Vor allem Covid19-Verbreitungen in Pflegeheimen müssen unter allen Umständen vermieden werden, betonten Wallner und Wiesflecker. Deshalb gelten für alle Stufen des Ampelsystems das jeweilige hauseigene Hygienekonzept und die standardisierten Maßnahmen – Abstand, Maske, Hygiene – mit dem erklärten Ziel, das Infektionsrisiko zu minimieren. Das Krisenlager mit Schutzmaterialen und pflegerischen Hilfsmitteln ist für einen Bedarf für drei Monate aufgefüllt.

Heimbesuche ermöglichen

In Pflegeheimen in den derzeit „orange“ gefärbten Regionen des Landes kann jede Heimbewohnerin/jeder Heimbewohner nur Besuch von maximal zwei Personen pro Tag empfangen. Es werden Zutrittskontrollen durchgeführt und in allen Bereichen des Gebäudes ist Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Man sei darauf eingerichtet, diese Regelung der Corona-Entwicklung entsprechend zu lockern oder weiter zu verschärfen, sagte Landesrätin Wiesflecker: „Klar ist, wir wollen Besuche ermöglichen. Ein Besuchsverbot wäre der letzte Schritt, den es zu vermeiden gilt.“ Zur Entlastung beim Besuchsmanagement nützen 30 Heime die Unterstützung durch MoHi-Mitarbeitende.

Wird dennoch in einem Heim ein positiver Covid19 Fall festgestellt, ist das weitere Vorgehen klar geregelt, von der Isolierung der betroffenen Person und der Verständigung der Angehörigen bis zum Contact-Tracing und der Testung des Umfelds. Derzeit sind in fünf Vorarlberger Heimen insgesamt sieben Personen (fünf Mitarbeitende, zwei Bewohner) infiziert und bereits abgesondert.

24-Stunden-Betreuung funktioniert

Erfreulich ist für Landesrätin Wiesflecker, dass trotz Corona-Pandemie die Situation in der 24-Stunden-Betreuung weiter stabil ist. Dies sei gelungen, weil sich schon zu Beginn der Pandemie im März viele Betreuende bereit erklärt haben, ihren jeweiligen Turnus deutlich zu verlängern. Als Entschädigung und Anerkennung dafür wurde 2.082 Betreuenden eine einmalige Zulage in Höhe von 500 Euro ausbezahlt. Zusätzlich wurden ihnen in dieser Phase Ersatzquartiere zur Verfügung gestellt, insbesondere zur Erholung nach langen Einsatzzeiten.

Die meisten 24-Stunden-Betreuungskräfte in Vorarlberg stammen aus Rumänien, aber auch aus der Slowakei, aus Ungarn und aus Polen, und stehen daher durch Reisewarnungen und erneut verschärfte Grenzübertrittsbestimmungen wieder vor neuen Herausforderungen. Deshalb wird ihnen die Möglichkeit geboten, sich die Kosten für – auch im Ausland gemachte – PCR-Testungen rückerstatten zu lassen. Und ab 1. Oktober kann pro Betreuungskraft und pro Monat eine Testung im Drive-In Testcenter in Röthis in Anspruch genommen werden. Die kostenfreie Abwicklung erfolgt über einen Gutscheincode, der entweder über die Vermittlungsagentur oder direkt über das Amt der Landesregierung zur Verfügung gestellt wird. Bisher wurden bereits 1.260 24-Stunden-Betreuungskräfte und 246 MoHi-Mitarbeitende getestet. In Alten- und Pflegeheimen wurden in Summe fast 5.000 Testungen vorgenommen.

Foto: Fasching


© 2020 Markus Wallner