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Müssen bei der Pandemiebekämpfung einen Zahn zulegen

Nach Reisewarnung durch Deutschland – Landeshauptmann appelliert an Bevölkerung, Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten

Deutschland hat das Land Vorarlberg am Mittwochabend als Corona-Risikogebiet eingestuft. Die Entscheidung ist nicht ganz überraschend gekommen, sagte Landeshauptmann Markus Wallner heute (Donnerstag) bei einem kurzfristig einberufenen Pressegespräch: „Die Regelung ist ein harter Schlag - insbesondere für den Tourismus.“ Es müsse jetzt alles unternommen werden, um diese Reisewarnung wieder rückgangig zu machen. Wallner richtete einen Appell an die Bevölkerung: „Halten Sie sich an die Abstands- und Hygienemaßnahmen, tragen Sie einen Mund-Nasen-Schutz wo notwendig und reduzieren Sie Ihre sozialen Kontakte. Wir müssen in der Pandemiebekämpfung einen Zahn zulegen.“

Deutschland hat die Risikogebietseinstufung vorgenommen, weil in Vorarlberg in den letzten sieben Tagen mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner aufgetreten sind. Aufgrund dieser Einstufung kommen die Einreise-/Quarantänebestimmungen der jeweiligen deutschen. Bundesländer zur Anwendung. So ergibt sich nach den Regelungen unserer Nachbarländer Bayern und Baden-Württemberg, dass Einreisende aus Vorarlberg bei der Einreise nach Deutschland einen negativen COVID-19 Test vorweisen müssen, der nicht älter als 48 Stunden sein darf, um nicht eine verpflichtende 14-tägige Quarantäne anzutreten. „Davon ausgenommen sind der Güter- und Warenverkehr sowie notwendige medizinische Behandlungen, der Besuch von Lebenspartnern und die Durchreise durch Deutschland“, informierte Landesrat Christian Gantner: „Aktuell finden an den Grenzübergängen keine gesundheitsbehördlichen Kontrollen statt.“

Keine Einschränkungen gibt es derzeit auch beim Berufspendlerverkehr. Nach aktuellem Kentnisstand gelte hier die 48-Stunden Regelung, nach der Deutsche, die in Österreich arbeiten und nicht länger als 48 Stunden im Land waren, von den Beschränkungen ausgenommen sind. Die weitere Abklärung der Grenzthematik mit den Nachbarländern werde aber noch vor dem Wochenende erfolgen.

Appell an die Bevölkerung

„Wir müssen generell bei der Pandemiebekämpfung einen Zahn zulegen, deshalb haben wir in den letzten Tagen in enger Abstimmung mit dem Bund die Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung - wie die Vorverlegung der Sperrstunde in der Gastronomie auf 22.00 Uhr - schrittweise verschärft“, betonte Wallner: „Wie sich jetzt zeigt, war das richtig und wichtig“. Der Landeshauptmann erinnerte an die geltenden Regelungen, insbesondere was das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und die Veranstaltungsregelungen betrifft.

Er appellierte an die Bevölkerung, die Regelungen und Maßnahmen einzuhalten – „es geht um das große Ganze: Wenn wir jetzt für eine Zeit aufs Feiern verzichten, leisten wir den größten Beitrag für Arbeitnehmer, Wirtschaft und Tourismus.“ Ein wichtiges Ziel sei es jetzt, die Zahl der Neuinfektionen in den nächsten zwei bis drei Wochen deutlich zu senken, so Wallner: Ich bitte Sie, zusammenzustehen, sich einzubringen und gemeinsam die Ausbreitung dieses Virus zu bekämpfen.“ Dazu wurde von Seiten des Landes auch das Infektionsteam aufgestockt.

„Es braucht jetzt die Solidarität aller, um gemeinsam die Situation in den Griff zu bekommen“, betonte Landesrat Johannes Rauch: „Auch die Mithilfe jener Personen, die den ganzen Maßnahmen skeptisch gegenüberstehen. Wenn wir es nicht schaffen die Zahlen der Infektionen runterzubringen, dann steuern wir auf einen großen gesellschaftlichen und ökonomischen Schaden zu."

Im Laufe des Tages werden mehrere Informationsgespräche mit Tourismus, Wirtschaft und Veranstaltungsmanagement sowie mit den Klubobleuten der Landtagsfraktionen stattfinden, kündigte der Landeshauptmann an.

Foto: mauche.eu


© 2020 Markus Wallner